Gardinen sind wieder im Trend: Über das Comeback der Wohntextilien.

Viele Jahre haben Gardinen in der Raumgestaltung keine Rolle gespielt. Unzeitgemäße Formen, fehlende Alternativen im Designbereich und ein allgemeiner Bedarf nach Klarheit und Licht sorgten für eine Abkehr von Gardinen im Speziellen und Stoff im Allgemeinen. Minimalismus war lange das Gebot der Stunde, und so blieben auch viele Fenster frei. Dabei konnten Gardinen immer schon die Raumgestaltung komplettieren, den Raum wärmer machen und die eigene Persönlichkeit ausdrücken.
Nun spielen diese Kriterien wieder eine größere Rolle bei der Einrichtung, und plötzlich kehren Gardinen – und sogar Teppiche – zurück. Neu interpretiert und in modernem Gewand feiern sie ihr verdientes Comeback.

Im Laufe dieses Jahres sind mehrere Artikel erschienen, die sich mit der steigenden Bedeutung von Wohntextilien befassen. Das Fazit liest sich in allen Artikeln ähnlich:

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Die WELT AM SONNTAG schreibt:

Tatsächlich feiern Gardinen ein Revival. Ein bisschen anders, als man sie aus Kindertagen kennt.(…) “Stoffe sind etwas Sinnliches”, betont Marco Vieregge. “In unserer alltäglichen Hektik scheinen sich die Menschen wieder mehr nach Relaxzonen, nach Intimsphäre zu sehnen. Stoff vor Fenstern war in Deutschland ja out. Aber jetzt steigt die Nachfrage wieder.”

Und in einem weiteren Artikel:

Noch vor gar nicht langer Zeit waren (Stoffe) im Interiordesign ziemlich verpönt: Minimalismus beherrschte die Häuser, Wände sollten möglichst nackt bleiben, Fenster unter keinen Umständen hinter Vorhängen versteckt werden.
Das scheint sich langsam zu ändern. Man munkelt gar, es gebe ein “Comeback der Gardine”.

Sehnsucht nach Geborgenheit und Intimität: Unsere Räume werden also wieder wohnlicher, stofflicher.
Individualität statt Einheitsbrei: Einzelstücke, Maßanfertigungen und Vintage-Funde bekommen einen immer höheren Stellenwert bei der persönlichen Einrichtung.

Das Gleiche liest man in den Artikeln über eine weiteres Wohntextil, das jetzt ein großes Comeback feiert: den Teppich.

In ihrem Artikel „Teppich – Nobles Comeback“ schreibt die Süddeutsche Zeitung am 15.11.2014:

Nach den stilistisch sterilen Jahren voller leergefegter Eiche-geölt-Böden, nackter Linoleum-Varianten (…) Teppichfliesen-Dürftigkeit und betonharter Estriche (…) wird den Füßen nun wieder etwas geboten. (…)
Die Renaissance des Teppichs ereignet sich nicht zufällig zu Zeiten des Cocooning-Phänomens. Man verspricht sich demzufolge von den eigenen vier Wänden das, was anderswo nicht mehr leicht zu haben ist: Privatheit, Geborgenheit und (…) etwas Wärme.

Über die Rückker der traditionellen Orientteppiche schreibt das Magazin SCHÖNER WOHNEN:

Man entdeckt wieder das Ursprüngliche, das Echte, Zeitlose und auch das Nachhaltige… Man begeistert sich wieder für individuelle Einzelstücke.

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Einen traditionellen Gegenstand zurück in die Moderne holen – Niemandem gelingt das so gekonnt wie Jan Kath mit seinen extravaganten Teppichkreationen. Ähnliches vollbringen Firmen wie Rug Star oder Hossein Rezvani mit ihren außergewöhnlichen Modellen.

Was sie für den traditionsreichen und geschichtsträchtigen Teppich leisten, haben wir uns schon vor langer Zeit für die Gardine vorgenommen: Indem wir diesen ebenfalls sehr traditionellen Gegenstand neu interpretieren und ihm eine moderne Form verleihen, holen wir ihn zurück in die Gegenwart.
Ein durchaus ehrgeiziges Ziel, denn die Skepsis der Menschen gegenüber Gardinen ist groß, ihre typische Gestalt ist fest in den Köpfen verankert, eine Alternative nur schwer vorstellbar. Aber hätten Sie jemals gedacht, dass es eine Alternative zu Röhrenfernseher oder Schreibmaschine geben würde?

Die Gespräche mit unseren Kunden zeigen uns jedoch: Sie alle teilen den Wunsch nach einer geschmackvollen, außergewöhnlichen Alternative zur herkömmlichen Gardine. Nur wissen die meisten von ihnen lange nicht, dass es die tatsächlich gibt. Bis sie uns finden.

Das Comeback der Wohntextilien ist eine erfreuliche Nachricht und bestätigt uns in unserer Arbeit. Menschen legen wieder mehr Wert auf eine schöne Gestaltung mit Stoffen – auch im Fenster.

Im Bereich Gardinen stehen wir damit bislang noch recht allein da. Die Weichen aber sind gestellt: Die Gardine lebt!

 

Fotos: photopin.com, privat, jan-kath.de

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